Das Kapital

150 Jahre Kritik der politischen Ökonomie
6. September 2017 - 5. Mai 2018

Museum der Arbeit
Wiesendamm 3 | 22305 Hamburg

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„Das Kapital“ von Karl Marx ist ein Klassiker. Der erste Band der „Kritik der politischen Ökonomie“, so der Untertitel, erschien 1867 in Hamburg, im Verlag von Otto Meissner. Dauerte es damals ganze vier Jahre, bis die ersten 1.000 Exemplare verkauft waren, so zählt das Werk heute neben der Bibel zu den auflagenstärksten Büchern der Welt – und gewiss zu den einflussreichsten und umstrittensten.

Das 150-jährige Jubiläum der Erstveröffentlichung in Hamburg ist der Anlass für eine spannende und kontroverse Ausstellung zur Geschichte und Aktualität von Karl Marx‘ „Das Kapital“. Sie spannt einen Bogen von der Zeit der Entstehung des Werks im 19. Jahrhundert über die widersprüchliche Rezeption im 20. Jahrhundert bis zu heutigen Fragen der Produktion und Verteilung von Reichtum und Armut. Ziel der Ausstellung ist es, zum Nachdenken über Aktualität und Grenzen dieses umkämpften Klassikers anzuregen – und zwar weder dogmatisch noch akademisch, sondern assoziativ und partizipativ.

Marx kam es darauf an, die Welt nicht nur zu interpretieren, sondern sie zu verändern. Deshalb fragt die Ausstellung auch danach, in welcher Gesellschaft wir leben wollen. Führt der Kapitalismus zu Freiheit und Wohlstand oder zu Unterdrückung, Ausbeutung und Krise? Wieso werden die Mechanismen des aktuellen Wirtschaftssystems so unterschiedlich bewertet? Und sind Alternativen wünschenswert und möglich? Die Ausstellung gibt der Diskussion solcher und ähnlicher Fragen breiten Raum und bindet die Meinungen und Positionen von Besucher*innen direkt ein.

KURATOR

Dr. Joachim Baur

WISSENSCHAFTLICHE MITARBEIT

Mario Bäumer, Gülay Gün, Sedef Karakan (alle Museum der Arbeit)

GESTALTUNG

Holzer Kobler Architekturen, Zürich/Berlin

PUBLIKATION

Rita Müller, Mario Bäumer (Hg.), Das Kapital. Magazin zur Ausstellung, Hamburg 2017.
zur Einführung in die Ausstellung von Joachim Baur

PRESSESTIMMEN

„Gehört Marx‘ Wälzer in die Vitrine, ist der komplexe Stoff inzwischen museumsreif? Ja, aber nicht in dem Sinne, dass das Gedankengebäude des umstürzlerischen Propheten für überholt gehalten, dass mit herablassender Abgeklärtheit auf die Anfänge der kapitalistischen Gesellschaftsordnung zurück geblickt würde. Vielmehr versteht sich das Museum als Ort des Meinungsaustausches. Die von Joachim Baur konzipierte Schau will auf niedrigschwellige Weise Fragen zur gesellschaftlichen Wirklichkeit und damit zur Aktualität des ‚Kapitals‘ stellen. Die Besucher sind aufgefordert, sie im Kopf zu bewegen.“ (Die Welt, 6.9.2017)

„‚Das Kapital‘: museumsreif und doch hochaktuell […] Der Historiker und Kulturwissenschaftler Joachim Baur, der die Schau konzipiert hat, versucht erst gar nicht, all die Fragen, die Marx im ‚Kapital‘ herausarbeitet, angemessen zu beantworten. Sehr wohl aber gelingt es ihm und den beteiligten Künstlern, wesentliche Punkte von Marx‘ Kapitalismusanalyse zu bündeln und Begriffe wie ‚Ware‘ umfassender zu veranschaulichen. […] Auch den Bezug zum Heute bietet die Ausstellung: An den Wänden entlang werden die sozioökonomischen Aspekte der globalisierten Gegenwart in Bezug zu den Erkenntnissen von Marx gesetzt.“ (Hamburger Abendbatt, 6.9.2017)

„In the fatherland of Karl Marx, the question begs itself: is his Das Kapital still up to date? Over two thirds of respondents voted for ‚Yes, it is more up to date than ever before.‘ The question was raised at an exhibition in Hamburg in memorial of its first publication in the port city in 1867. Despite great vicissitudes in the past one and half centuries, only 6 percent of the visitors believe it was outdated.“ (New China, 24.11.2017)

„Die Ausstellung spannt den weiten Bogen von der Entstehung bis heute – erfreulich unakademisch, eher intuitiv bis verspielt.“ (NDR Kultur, 5.9.2017)

 

FOTOS

Niels Koenning
Stiftung Historische Museen Hamburg/Museum der Arbeit, Elke Schneider